• Verena

Amsterdam Music Festival 2019: Same same but different!

Aktualisiert: 23. Okt 2019

Zum mittlerweile dritten Mal hat es uns letzte Woche nach Amsterdam zum Amsterdam Music Festival (AMF) verschlagen, bei dem die DJ MAG TOP 100 DJs des aktuellen Jahres verkündet werden. Dieses riesige Event findet seit 2014 jährlich in der Johan Cruijff ArenA am Stadtrand statt und wurde dieses Mal von rund 40.000 EDM-Fans besucht – eine so große Besucheranzahl gab es bisher noch nie.



Diese Menschenmenge bemerkten wir schon beim Anstehen. Circa 80 Minuten brauchten wir, um durch die Drehkreuze, Taschen- und Körperkontrollen hinein ins Stadion zu kommen. Gut vorbereitet, wie wir waren, machte uns diese Wartezeit jedoch nicht viel aus, denn wir haben sowohl mit der Dauer, als auch mit der Kälte gerechnet. Wir wünschen ja allen Mädels, die sich in Bikini und Hot Pants vermutlich mindestens eine Woche Krankenstand geholt haben, jetzt schon eine gute Besserung und geben ihnen den Tipp, dass es im Stadion Schließfächer gibt, in die man ohne Probleme Pullis und Jacken geben kann, bevor man dann drinnen im knappen Raver-Outfit abgeht. 😉


Noch ein kurzer Trick am Rande: wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Die Veranstalter schreiben nicht umsonst vermehrt per Mail, auf der Webseite, etc., dass die Tickets ausgedruckt mitgenommen werden müssen. Zwar waren alle anstehenden Festivalgäste super entspannt und haben keine Mätzchen gemacht, wenn der dreißigste Mensch in der Schlange vor einem fünf Minuten gebraucht hat, sein Handy unter dem Scanner so zu platzieren, damit mit Hilfe der anwesenden Securities der Code doch noch irgendwie erkannt und der Durchgang gewährt wurde, jedoch kann man sich und allen BesucherInnen diese Unannehmlichkeiten wirklich ganz einfach ersparen. Drinnen angekommen verteilte sich trotz des großen Ansturms die Menge aufgrund der freien Sitz- und Stehplatzwahl extrem gut und selbst bei den WCs, Bars und Essensständen mussten wir nie lange anstehen. Für einen kleinen Snack zwischendurch können wir die Pommes und Pizza von dort übrigens wärmstens empfehlen. #thepizzalifechoseus


David Guetta eröffnete unseren persönlichen Abend mit einem sehr Techno-lastigen Set, also ein wenig später als erhofft, da wir uns die offizielle Opening Show noch per Live Stream in der Schlange vor der Arena ansehen mussten. Tiesto übernahm, bis es um kurz vor 01 Uhr Zeit für die TOP 100 DJS AWARD CEREMONY war. Das Ranking hatte für uns einige Überraschungen parat und scheinbar auch für viele anderen EDM-Fans, denn sowohl auf den diversen online Plattformen, als auch im Stadion selbst merkte man die Verwunderung. Das Gerücht, dass Dimitri Vegas und Like Mike den 1. Platz dieses Jahr belegen, hat sich bewahrheitet und wir fanden es ein bisschen schade, dass es scheinbar viele Menschen gibt, die ihnen diesen Erfolg nicht gönnen. Begonnen bei diversen Spekulationen über gekaufte Stimmen bis hin zu sehr konkreten Beschimpfungen haben wir in den sozialen Netzwerken einiges mitbekommen. Was wir darüber denken? Wir denken, es bleibt jedem selbst überlassen, welche Gerüchte man glaubt und welche nicht. Wir finden jedoch, dass die Leistungen, die DJs jede Woche auf der Bühne abliefern, gewürdigt und nicht beschimpft werden sollten, vor allem nicht in öffentlichen Foren.



Kommen wir wieder zurück zu einem erfreulicheren Thema: die anschließenden Shows. Nachdem die Nummer 1 DJs von diesem Jahr eine neue Crowd Control, nämlich von back to front, ausprobiert haben und wir gefühlt mindestens fünf Menschen auf die Füße gesprungen sind, heizte der King of Trance alias Armin van Buuren ordentlich ein. Einen wahnsinnig top Auftritt legten anschließend Timmy Trumpet B2B W&W auch bezeichnet als ||=| hin und präsentierten ihre neue, drei Stunden davor fertiggestellte Songproduktion. Eine große Veränderung zu den Vorjahren stellte die Mischung aus den verschiedenen elektronischen Musikgenres dar, denn dieses Jahr waren die Performances stark mit Techno und Progressive House vertreten – in den letzten Jahren haben eher Richtungen wie Big Room oder Electro House dominiert.

Der im Line-Up angeführte „Showmoment“ um 02:25, also mitten im Geschehen, stellte sich als vermutlich gut bezahlte Marketingaktion heraus. T-Mobile präsentierte in einer zugegebenermaßen kreativen Musik- und Lichtshow das neue 5G. Ob das die feierlustigen und zu diesem Zeitpunkt vermutlich auch nicht mehr ganz nüchternen FestivalbesucherInnen auch so gespannt mitverfolgt und verstanden haben, lassen wir einmal so im Raum stehen. Wir fanden die Lichteffekte, die im geschlossenen Stadion gezündeten Mini-Raketen und das musikalische Tonerlebnis auch so den ganzen Abend lang super, Hut ab!


Nach der durchgetanzten Nacht freuten wir uns über unseren Late-Check-Out aus unserem Hotel am Sonntag, absolut empfehlenswert! Am Weg Richtung Flughafen erfuhren wir noch von unserem Uber-Fahrer von der Pfefferspray-Attacke am Martin Garrix Konzert, das am selben Abend in einer anderen Location stattgefunden hatte und reflektierten nochmals die Sicherheitsvorkehrungen am AMF – machen auf jeden Fall Sinn! Wir können trotzdem nur unsere Köpfe schütteln, wenn wir von solchen Aktionen hören und hoffen, alle rund 130 verletzten und bestohlenen Menschen sind wieder am Weg der Besserung!


Unser Fazit: Das AMF wurde in den letzten Tagen/Wochen kritisch unter die Lupe genommen und wir sind gespannt, in welche Richtung sich dieses Event entwickeln wird. Wir waren jedenfalls von der Stimmung, der Crowd und den Acts begeistert und können euch auf jeden Fall empfehlen, zur Zeit des ADEs nach Amsterdam zu fahren/fliegen. Die Stadt wimmelt nur so von EDM-Liebhabern und DJs und wer weiß, welcher Musikproduzent euch dort vielleicht auf der Straße über den Weg läuft. 😉

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